Unvorhersehbare Störungen von Liefernetzwerken beeinflussen den globalen Warenverkehr nachhaltig. Solche Störungen können beispielsweise durch Personalmangel in der Abfertigung hervorgerufen werden, aber auch durch Rückstaus in Häfen, wenn die Importnachfrage erheblich steigt. Ein besonders bekanntes Beispiel für eine unvorhergesehene Störung ist die die Blockade des Suezkanals in Frühjahr 2021 durch ein gestrandetes Containerschiff.1

Autor
Andreas Weber
Vice President
4flow consulting

Wirtschaftliche und planungstechnische Folgen von Störungen
Durch blockierte Routen kann auf Ladungen nicht zugegriffen werden. Die Folgen davon können Verzögerungen in der Produktion aufgrund fehlender Teile oder auch Verwirbelungen von ganzen Produktionsabläufen sein. Hinzu kommen wirtschaftliche Schäden, die durch die Verzögerungen eintreten können.
Unternehmen, die von derartigen Störungen betroffen sind, versuchen im Idealfall, auf andere Transportoptionen auszuweichen. So stieg Berichten zufolge durch den Stau im Suezkanal beispielsweise die Nachfrage nach Transporten auf der Schiene.2 Auch wenn es sich in diesem Beispiel um ein bestimmtes Ereignis handelt, so lässt sich das Szenario auch allgemeiner betrachten: Eine Störung tritt unvorhergesehen auf dem gewählten Transportweg ein – wie kann ein Unternehmen nun einschätzen, ob sich der Umstieg mit der aufgegebenen Sendung auf eine Alternative zeitlich lohnt oder ob es von Vorteil ist, eine gleichwertige Sendung erneut auf einem anderen Transportweg loszuschicken? Häufig ist nicht bekannt, wo sich die entsprechenden Sendungen befinden und mit welcher Verspätung zu rechnen ist – wichtige Details für die weitere Planung fehlen.
Sendungsverfolgung unterstützt agile Netzwerkplanung
Hier kann eine Sendungsverfolgung, also „Track & Trace“ helfen Eine solche Sendungsverfolgung kann auch in weltweiten Logistiknetzwerken gewinnbringend eingesetzt werden.
Durch den Einsatz dieser Technologie können Unternehmen in Echtzeit nachvollziehen, wo sich welche Lieferung befindet, ob sie dort zum geplanten Zeitpunkt vorliegt oder ob sie verspätet unterwegs ist. Dadurch ist ein verbessertes Management der Lieferkette möglich, da der Standort jeder Lieferung in jedem Moment nachvollzogen werden kann. Track & Trace kann so unterstützend als Entscheidungsgrundlage dienen: In einer Störsituation kann durch die gewonnene Transparenz festgestellt werden, was die genauen Auswirkungen der Störung sein werden und ob sich der Umstieg auf eine alternative Transportoption anbietet.
Diese Wirkung von Track & Trace kann noch effizienter genutzt werden, wenn bereits eine flexible Lieferkette etabliert ist. Eine solche agile Supply Chain ist resilienter gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen und kann Störungen im Idealfall sogar vorhersehen, was die Abwicklung von Transporten weiter vereinfacht.
Track & Trace in der Automobilindustrie
Gerade für komplexe Liefernetzwerke wie sie etwa in der Automobilindustrie existieren, ist Track & Trace besonders relevant: Beim Transport zwischen Konsolidierungspunkt und Auslandswerk ist eine Vielzahl unterschiedlicher Partner involviert, zudem werden diverse Transportmodi eingesetzt. Die Integration von langen Lieferketten in ein Track-&-Trace-System stellt somit die Erhaltung der End-to-End-Transparenz auch in einem komplexen Umfeld sicher.
Erfahren Sie in unserer Success Story, wie 4flow Track & Trace für die Mercedes-Benz AG erfolgreich entwickelt und umgesetzt hat.