In der heutigen vernetzten Welt haben technologische Fortschritte mehr Chaos in Supply Chains aufgedeckt als je zuvor. Dies zwingt Teams oft zu einem reaktiven Verhalten. Ein starker Fokus auf operative Angelegenheiten kann Wachstumschancen untergraben und die effektive Nutzung leistungsstarker digitaler Plattformen wie Advanced Planning Systems (APS) erschweren – ein Unterfangen, das Datenreife erfordert.
Dabei kann ein APS erhebliche Vorteile in der Supply Chain freisetzen. Wie können Unternehmen dieses anhaltende Chaos aus prozessualer Sicht bewältigen, und gleichzeitig anstreben, Unternehmensziele und -strategien zu erfüllen sowie offen für neue Arbeitsweisen bleiben?
Teams durch den Wandel führen
Bei jedem Versuch, Arbeitsweisen, Tools, Technologien oder Methoden zu ändern, ist es wichtig, das Change Management zu berücksichtigen. Widerstand gegen Veränderungen ist eine natürliche menschliche Reaktion. Führungskräfte und Manager müssen ihre Unternehmen durch die Transformation von alten hin zu neuen Planungsweisen führen, um ihr Geschäft für die Zukunft zu stärken.
Bei einer APS-Implementierung ist die User-Akzeptanz ein häufiger Vorbehalt. Es ist jedoch entscheidend, dass ein Team in einem einheitlichen System arbeitet, um die Datenintegrität zu gewährleisten. Um zu vermeiden, dass Planende außerhalb des Systems arbeiten, ist es am besten, klein anzufangen und die Nutzung schrittweise zu erweitern. Außerdem ist es wichtig, das Team durch ständige Kommunikation in den Prozess einzubinden. Auf diese Weise fühlen sich die Teammitglieder ermutigt, ihre Bedenken zu äußern.
KPIs für die Versorgungsplanung
Der erste Schritt bei jeder Veränderungsinitiative besteht darin, eine klare Vision für das Projekt zu etablieren und die Key Performance Indicators (KPIs) zu definieren. Entscheidend ist, dass sich das Managementteam über den Kontext und die Ziele der Veränderung einig ist – nicht nur um deren Gelingen zu verfolgen, sondern auch um die Vorteile der Veränderung von Anfang an klar an das gesamte Team zu kommunizieren. Diese Kommunikation fördert Vertrauen und erleichtert einen reibungsloseren Übergang.
Berücksichtigen Sie in der Versorgungsplanung die folgenden KPIs, um die Sichtbarkeit im gesamten Unternehmen zu erhöhen und die Entscheidungsfindung zu unterstützen:

Verspäteter Umsatz
Diese Information ermöglicht es Versorgungsplanenden, über die S&OP-Planung strategisch mit der Führungsebene zu interagieren, um optimale Planungsszenarien auszuwählen.

OTD/OTIF (On-Time Delivery und On-Time, In-Full)
Diese Daten verbinden Supply-Chain-Aktivitäten über das gesamte Netzwerk, von Lieferanten bis hin zu Kunden.

Planungsgenauigkeit
Das Verständnis um die Exaktheit Ihrer Planung treibt Verbesserungen voran, sei es aus Produktions- oder Einkaufsperspektive.

Gefährdete Versorgung
Diese Information hilft Planenden, Risiken aufgrund von Verspätungen auf der Ebene einzelner Versorgungsaufträge proaktiv zu kommunizieren.
Die Daten, die zur Verfolgung dieser Kennzahlen benötigt werden, sind in den meisten Unternehmen üblicherweise bereits verfügbar – auch ohne ein APS. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele dafür, wo und wie solche Daten zu finden sind.
Erste Schritte mit den vorhandenen Daten
Bei der Bestimmung von KPIs sollten Sie den aktuellen Reifegrad der Daten- und Geschäftsprozesse Ihres Unternehmens berücksichtigen, um Kennzahlen zu identifizieren, die mit dem übereinstimmen, was realistisch gemessen werden kann.
Dateninkonsistenzen können viel über die derzeitige Datenreife eines Unternehmens aussagen. Wenn Sie beispielsweise OTD messen, basiert diese Kennzahl auf dem angefragten oder dem tatsächlichen Lieferdatum? Jede Option offenbart etwas anderes, also stellen Sie sicher, dass solche Daten konsistent sind.
Ein weiteres Beispiel: Manchmal wird die Planungsgenauigkeit mit 100 % gemessen. Ein solches Ergebnis deutet oft auf ein Problem mit den Daten hin – möglicherweise wird wieder das falsche Datenfeld verwendet oder das Tracking im Unternehmen ist inkonsistent.
Erfolgreiche APS-Implementierung in der Praxis: Verbesserung der Datenqualität und User-Akzeptanz
4flow arbeitete mit einem Medizintechnik-OEM zusammen, um Kinaxis Maestro zu implementieren. Das Unternehmen nutzte die Gelegenheit, um zusätzlich zur Transformation der digitalen Planungsprozesse seine Datenreife zu verbessern. Dabei wollte die Führung sich auf die User-Akzeptanz und Datenqualität konzentrieren.
4flow unterstützte das Team bei der Implementierung einer Mischung aus automatisierten und manuellen Prozessen. Unser Team führte Schulungen durch und ermutigte die Planenden zu täglichen Datenintegritätsprüfungen, um Qualitätsprobleme zu identifizieren, bevor sie ihre Pläne freigaben. Aus Sicht des Change Managements halfen diese Prüfungen dem Team, Vertrauen in das System zu gewinnen und die Akzeptanz zu fördern.
Zusätzlich wurde das System darauf angepasst zu erkennen, wenn manuell ein Auftrag erstellt und freigegeben wird, anstatt dem bestehenden Plan zu folgen. Ein spezifisches Dashboard bot der Projektleitung Transparenz über diese Akzeptanz-KPIs. Um diese Änderung erfolgreich durchzuführen, war die Kommunikation unerlässlich. Indem erklärt wurde, wie diese Informationen halfen, die Akzeptanz des APS zu überprüfen, sicherte sich der Medizintechnikhersteller die Unterstützung seines Teams.
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Autorinnen

Teresa Dotta
Solution Architect
4flow consulting

Bethany Claps
Manager
4flow consulting