Blog | 2. Dezember 2024

CO2-Reduzierung durch nachhaltige Lagerlogistik

4flow-Studie untersucht 10 Nachhaltigkeitshebel hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kosten und CO2

Die Klimakrise ist zu einer der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit geworden. Sowohl die Politik als auch Unternehmen und Verbrauchende sehen sich in der Verantwortung, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Insbesondere für Führungskräfte im Supply Chain Management wird die Reduzierung von CO2-Emissionen dadurch zu einer unerlässlichen Aufgabe. Während der Transport oft in den Vordergrund gestellt wird, bietet auch die Lagerlogistik beträchtliche Potenziale zur Senkung von Emissionen.

Die Rolle moderner Lagerzentren

Moderne Lager sind nicht mehr nur Aufbewahrungsorte, sondern zentrale Knotenpunkte innerhalb der Supply Chain, die den Materialfluss bestimmen. Eine 4flow-Studie zeigt, dass Logistikanlagen für etwa 13 Prozent der Treibhausgasemissionen im Logistik- und Transportsektor verantwortlich sind. Deshalb ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, auch die Effizienz ihrer Lager zu optimieren und umweltfreundliche Praktiken zu implementieren.

Einsparpotenziale identifizieren

Eine aktuelle Untersuchung von 4flow hebt die CO2-Einsparpotenziale in der Lagerlogistik hervor. Die Studie analysiert verschiedene Nachhaltigkeitshebel anhand eines manuell betriebenen Referenzlagers mit einer Fläche von 50.000 m². Die Ergebnisse zeigen, dass sich die CO2-Emissionen durch die Umsetzung einzelner Maßnahmen um bis zu 47 Prozent reduzieren lassen. Diese Einsparungen sind jedoch nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch: Einsparungen von über 12,5 Millionen Euro in den Betriebskosten (OpEx) sind über einen Zeitraum von 15 Jahren bereits durch eine der untersuchten Maßnahmen möglich.

Die Studie kategorisiert die Nachhaltigkeitshebel in die drei folgenden Gruppen:

1.

Maßnahmen, die zuerst umgesetzt werden sollten, da sie signifikante CO2-Reduzierungen mit Kosteneinsparungen kombinieren, wie Lagerautomatisierung oder Solaranlagen.

2.

Maßnahmen mit einer moderaten Wirkung auf CO2-Emissionen und Kosten, die jedoch nur einen überschaubaren Umsetzungsaufwand mit sich bringen, wie papierlose Inbound- und Outbound-Prozesse.

3.

Maßnahmen, wie beispielsweise eine verbesserte Isolierung oder neue Heizsysteme, die sinnvoll sind, allerdings hohe Investitionen erfordern. Ihre Wirksamkeit sollte vor allem bei neuen Lagerprojekten überprüft werden.

Strategische Maßnahmen zur CO2-Reduzierung

Um den CO2-Fußabdruck eines Lagers signifikant zu verringern, sind nicht immer tiefgreifende Änderungen im Betriebsablauf oder Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen erforderlich. Die Umstellung auf Ökostrom kann, abhängig von der Region, erhebliche Einsparungen ermöglichen, auch wenn anfangs mit höheren Betriebskosten gerechnet werden muss. Parallele Investitionen in Solaranlagen helfen nicht nur, die Betriebskosten zu senken, sondern tragen zusätzlich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

Automatisierte Lager- und Bereitstellungssysteme können ebenfalls entscheidend dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu minimieren und gleichzeitig Betriebskosten zu senken. Besonders effektiv sind diese Systeme in Kombination mit optimierten Abläufen und Materialflüssen.

Investitionen in die Zukunft

Viele der erforderlichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen anfangs hohe Investitionen in Infrastruktur und Technik voraus. Daher sollten Unternehmen insbesondere bei der Planung neuer Lager, aber auch bei der Modernisierung von Bestandsimmobilien, zukünftige Entwicklungen von Technologie, Strompreisen und gesetzlichen Nachhaltigkeitsvorgaben berücksichtigen. Die strategische Kombination der richtigen Hebel ermöglicht es Unternehmen, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig signifikante Kosteneinsparungen zu erzielen.

Die Umsetzung dieser Nachhaltigkeitsstrategien sollte so früh wie möglich angegangen werden. Unternehmen, die heute in nachhaltige Lagerlogistik investieren, positionieren sich nicht nur als umweltbewusste Akteure, sondern sichern sich auch langfristige Wettbewerbsvorteile. Die Herausforderungen eines sich wandelnden Marktes und die zunehmenden Anforderungen an nachhaltige Praktiken können so erfolgreich gemeistert werden.

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Autoren

 

Jan Oppermann
Head of Sustainability Practice
4flow consulting

 

 

Beeke Schmidt
Manager
4flow consulting